Klavier Gegenwart

Zusammenspiel von Regulierung und Intonation bei Flügeln

Das Praxisseminar bietet wertvolle Tipps und Tricks für die Arbeit mit Konzertflügeln. Dieses Seminar zeigt eine Auswahl von Regulierungs- und Intonationstechniken, die in der C. Bechstein Pianoforte Manufaktur und im Konzertbetrieb eingesetzt werden.

Paula Kiechle und Elia Ramm sind beide Klavierbauer und arbeiten in der C. Bechstein Pianofortemanufaktur in Seifhennersdorf, Deutschland. Nach Abschluss ihrer Ausbildung haben sie spezifische Erfahrungen in verschiedenen Phasen des Flügelbaus gesammelt. Sie sind auch im Konzertservice tätig.

Paula hat bereits im C. Bechstein Center Berlin und Nürnberg gearbeitet. Derzeit absolviert sie die Ausbildung zur Klavierbaumeisterin in Ludwigsburg, Deutschland.

Elia’s Hauptaufgabe ist heute die Endintonation und Stimmung von Flügeln und die Endkontrolle, bevor die Instrumente die Manufaktur in Seifhennersdorf verlassen.

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Seminar: 3 September (Samstag), 14.45 Uhr, raum Universe 1

Historische Merkmale des Klavieranschlags und -klangs sollten in den modernen Klavierbau einbezogen werden – ein Plädoyer für eine Neuerfindung verlorener Register und Klänge

Sechs Pedale standen den Pianisten von Beethoven bis Chopin zur Verfügung – manche (z.B. Beethoven) wechselten wegen verschiedener Spieltiefen zwischen verschiedenen Klavieren . . . das Ziel des Klavierbaus sollte es sein, den Interpreten ein Maximum an Ausdrucksmöglichkeiten bei der künstlerischen Interpretation zu ermöglichen. Tragen wir Klavierbauer im 21. Jahrhundert wirklich genug bei zum maximalen Variantenreichtum? Oder waren uns die Kollegen des 19. Jahrhunderts überlegen?

Udo Steingraeber leitet in der 6. Generation die Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne, wo er auch den Klavierbau erlernte. Er studierte Jura und Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Eduard Steingraeber, der Gründer der Firma in Bayreuth, war sein Ur-Ur-Großonkel. Zwischen 1980 und 2009 entwickelte Udo Steingraeber mit dem Steingraeber-Designteam drei neue Konzertflügel, verschiedene Kammer- und Salonflügel sowie Konzertflügel. Die meisten davon für die eigene Firma, aber einige, wie der neue Pleyel-Flügel 280, waren Auftragsarbeiten von Kollegen aus der Klavierindustrie. Seit 1988 haben die Innovationen von Steingraeber & Söhne bei jedem Pariser Klaviertest der Spitzeninstrumente Preise gewonnen. Zum Teil unabhängig, zum Teil gemeinsam mit den fünf hochkarätigen Kollegen, die die kleine Gruppe der weltbesten A-1-Hersteller bilden, wie sie in der US-Rangliste genannt werden.

Steingraeber & Söhne bleibt seinem Credo treu: „Die technische Entwicklung des Klaviers ist nie abgeschlossen, denn auch die musikalische Entwicklung geht weiter“. Das Steingraeber-Konstruktionsteam hat eine ganze Reihe innovativer Produkte geschaffen, die die klassischen, sehr traditionell gebauten Klaviere von Steingraeber & Söhne ergänzen. Zu diesen Innovationen gehören z.B. Resonanzböden aus Kohlefaser, SFM-Mechaniken für Klaviere, Sordino- und Mozart-Schienen für Flügel, magnetgesteuerte Pedale für Rollstuhlfahrer und neuerdings das Transducer-Piano.

Als langjähriger Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Klaviertechniker (BDK) und Vizepräsident der EUROPIANO e.V. engagiert sich Udo Steingraeber besonders für die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung der europäischen Klavierbauer. Er war auch die treibende Kraft bei der Entwicklung des Europäischen Klaviertechniker-Diploms von 2003 bis 2006.

Das historische Steingraeber Haus in Bayreuth, ein Rokoko-Schloss aus dem Jahr 1754, ist seine Lieblingsbeschäftigung. Dessen streng historische Restaurierung wird Jahr für Jahr fortgesetzt, ebenso wie die Förderung moderner Kunst, das Klaviermuseum mit einer großen Franz-Liszt-Ausstellung und ein Kulturprogramm mit mehr als hundert Veranstaltungen pro Jahr, für die das Steingraeber Haus Bayreuth der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. Für all dies sowie für sein Mäzenatentum und sein Sponsoring sozialer und kultureller Einrichtungen wurde Udo Steingraeber mit zwei Kulturpreisen ausgezeichnet.

Im Jahr 2023 will er die Leitung des Unternehmens an seine Kinder Alban und Fanny Steingraeber übergeben.

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Seminar: 4 September (Sonntag), 14.45 Uhr, Raum Universe 1

Pitch raising, Mythen und Fakten

PITCH RAISING, Mythen und Fakten. Eine Diskussion am runden Tisch über Pitch Raising, was funktioniert, was nicht funktioniert und einige der Unwahrheiten über massive Änderungen der Tonhöhe. Außerdem werden die Techniken des Pitch-Raising erörtert.

Wim Bless begann im Alter von 12 Jahren im Laden seines Vaters mit der Arbeit an Klavieren. Nach seinem College-Abschluss unterrichtete er sechs Jahre lang Band und Chor, bevor er 1977 in St. Louis, Missouri, sein eigenes Vollzeit-Klavier-Servicegeschäft eröffnete. Von 2001 bis 2007 war er als Klaviertechniker für die Universität von Alabama tätig. Im Jahr 2007 zogen er und seine Frau nach Hawaii, und im Jahr 2021 zog er sich aus der Vollzeit-Klavierarbeit zurück und zog nach Florida.

Wim hat auf über 55 PTG-Seminaren und -Kongressen Vorträge zu einer Vielzahl von Themen gehalten, darunter Stimmen, Reparieren, Wiederaufbau und Geschäft. Er war Mitglied des PTG-Vorstands als Vizepräsident für die Region Central West und war viele Jahre lang Mitglied des CTE. Er hat zahlreiche Artikel für das Piano Technicians Journal verfasst und ist Autor des Buches „The Business of Piano Tuning: A Guide to Marketing, Management, Promotion, Purchase and Selling a Piano Service Business“. Im Jahr 2021 wurde er auf dem Kongress in Orlando als „Member of Note“ ausgezeichnet.

Seminar: 3 September (Samstag), 16.30 Uhr, Raum Universe 1

Wie man ein neues Klavier entwirft

Die Klementowic hört nie auf. Gibt es etwas, das wir verbessern können?

Tadeáš Doskočil wurde 1990 in Hradec Králové geboren. Nach seinem erfolglosen Besuch des Gymnasiums fand er seinen Weg an der Kunsthochschule für Musikinstrumente und Möbel. Im Jahr 2011 schloss er sein Studium als Klaviertechniker ab. Nach dem Abschluss entschied er sich, sein Wissen an der Mendel-Universität in Brünn zu erweitern, wo er den Studiengang Holzverarbeitungstechnologie und Management absolvierte. Während seines Masterstudiums arbeitete er bei PETROF als Junior-Technologe und absolvierte einige Praktika in verschiedenen Klavierwerkstätten. Nach seinem Master-Studium beschloss er, seine Sprachkenntnisse im Vereinigten Königreich zu verbessern. Nach seiner Rückkehr aus dem Vereinigten Königreich arbeitete er für das Klavierunternehmen PETROF in der Abteilung für Forschung und Entwicklung. Seit er dort seine Karriere begonnen hat, hat er an allen neuen Klavieren mitgewirkt, die bei PETROF hergestellt werden, und er lernt langsam, ein Klavierdesigner zu sein.

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Vortrag: 4. September (Sonntag), 10.45 Uhr, raum Universe 1

Klavierskala, Saitenberechnung und akustische Größen aus der Sicht eines Klaviertechnikers

Jarkko Björknäs

Jarkko Björknäs wurde 1967 in Kaustinen, Finnland, geboren. Er machte 1991 seinen Abschluss als Klaviertechniker. Er begann als Klaviertechniker zu arbeiten und studierte außerdem Erziehungswissenschaften an der Universität von Helsinki, die er 1996 abschloss. Seit 1997 ist er als Lehrer für Klaviertechnik tätig. Nachfolgende Studien absolvierte er 2001 in der Bösendorfer Klavierfabrik und im Kawai-Klavierlabor, wo er 2005 seinen Abschluss als Master Piano Artisan machte. Heute arbeitet er als Lehrer für Klaviertechnik an der Musikhochschule Helsinki und als Klaviertechniker in der finnischen Hauptstadtregion.

Vortrag: 4. September (Sonntag), 11.30 Uhr, raum Universe 1

Das Stanwood New Action Protocol für Klaviere

Ein einfacher Ansatz zur Anpassung von Hammergewicht und Mechanikverhältnis im Flügel zur Kontrolle der trägen Spielqualität – von David Stanwood.

In der Klavierindustrie herrscht die Meinung vor, dass ein hohes, mittleres oder niedriges Gewicht mit einer schweren, mittleren oder leichten Mechanik verbunden ist. Die Erfahrung lehrt, dass diese Assoziation unzuverlässig ist. Ein gut intoniertes und reguliertes Klavier mit einem mittleren Abwärtsgewicht kann sich manchmal schwer oder leicht anfühlen. Der zugrunde liegende und übergeordnete Faktor ist die „Trägheit“ der gehebelten Hammergewichte. Der normale Bereich des Hebelverhältnisses und des Hammergewichts bei Flügeln ist sehr unterschiedlich, und die richtige Abstimmung ist der Schlüssel zur gewünschten Spielqualität. Wenn Hebelverhältnis und Hammergewicht für bestimmte Trägheitstypen gepaart sind, ist die Gewichtsmenge, die benötigt wird, um die Tasten auf ein bestimmtes Abwärts- und Aufwärtsgewicht auszugleichen, immer ähnlich. Dies führt zu einem einfachen, praktischen und rechenfreien Ansatz. Eine Handvoll „Marker“-Tasten werden auf eine digitale Waage gekippt und die Gewichte darauf gesetzt, um ein normalisiertes vorderes Gewicht zu erzeugen, das mit der gewünschten Trägheit gemäß Referenztabellen verbunden ist. Die nachgebildeten Keysticks werden installiert und das Gewicht jedes Hammers auf den Markernoten wird so eingestellt, dass das angegebene Anschlaggewicht entsteht. Sobald die korrekte Hammergewichtsskala festgelegt und die Mechanik mit den Tastengewichten ausbalanciert ist, ergibt sich die gewünschte Qualität der Trägheit.

David Stanwood entdeckte die Gleichung des Gleichgewichts und leistete Pionierarbeit auf dem Gebiet der taktilen Gewichtsmessung. Er ist der Erfinder seines Markenprodukts – Precision Touch Design.  Seit 3 Jahrzehnten praktiziert und lehrt er seine Methoden zur Skalierung von Hammergewichten und Tastengewichten.  Seine Arbeit führt zu der gewünschten gleichmäßigen Spielqualität mit der gleichmäßigsten Anschlagsreaktion von Taste zu Taste.  David wurde in die 2019 Piano Technicians Guild Hall of Fame aufgenommen. Die Precision Touch Design Academy Europe wurde 2008 mit seiner Methode gegründet.  Er erhielt den Distinguished Alumni Award der North Bennet Street School, Boston, Massachusetts, USA 2007. Er lebt und arbeitet auf der Insel Martha’s Vineyard an der Nordostküste der Vereinigten Staaten.

Seminar: 4 September (Sonntag), 15.30 Uhr, Raum Pine

Wertvolle Tipps und Tricks zur Flügelregulierung

In dem Seminar geht es darum, die Zusammenhänge und Abläufe in der Hausarztmechanik zu erfassen und zu verstehen, um in der Verordnung sicher und effektiv zu werden.

Joachim Leonardy: In seinem Berufsleben wird Joachim von Klavieren aller Art und von seinen Seminarteilnehmern aufgrund seines hohen Wissensstandes als „das Schweizer Taschenmesser des Klavierbaus“ bezeichnet.

Weitere Zitate von seinen Schülern:
„Er ist immer in der Lage, die physikalischen Prinzipien, die der Flügelregulierung zugrunde liegen und die der Klavierbauer nach eigenem Ermessen bewusst anwenden kann, bis ins kleinste Detail zu erklären.“
„Es gibt keine Frage, auf die Herr Leonardy keine Antwort weiß, deshalb nennen wir ihn „die Enzyklopädie“.
„Alles in allem war dieses Flügelmechanik-Seminar sehr hilfreich für Klavierbauer, die bisher nur an Klavieren gearbeitet haben, oder für die das Thema Flügelmechanik bisher einfach zu kurz gekommen ist. Aber auch für diejenigen, die ihre Erfahrungen bereits seit 2008 erfolgreich bei JAHN Pianoteile einbringen, war es sehr gut und umfassend. Er ist auch im Bereich der Beratung für namhafte deutsche Klavierhersteller im Flügel- und Klavierservice tätig“.

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Seminar: 4 September (Sonntag), 16.30 Uhr, Raum Hazel

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