Vorstellung des Systems für behinderte (gelähmte) Pianisten

Dieses System entwickelte ich schon vor einigen Jahren für Menschen, die aufgrund einer körperlichen Behinderung das rechte Pedal beim Klavierspielen nicht in der üblichen Weise bedienen können. Das System wird in das Instrument eingebaut und an die speziellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Benutzerin/des Benutzers angepasst. Es besteht aus einem Magneten (Solenoid), einer Steuereinheit, einem Netzgerät und einem Kabelsatz. Das Ziel ist, die Bewegung eines anderen Körperteils anstelle der Pedalbetätigung durch den rechten Fuß treten zu lassen. Wie das geschieht, ist individuell verschieden.
Die Betätigung kann durch einen Schalter mit dem Knie oder sogar mit dem Mund kann das Pedal angesteuert werden. Mit dem Mund kann man einen kleinen flexiblen Kunststoffball zusammendrücken, von dem ein Luftdruckimpuls über einen Schlauch zu einem druckempfindlichen Schalter geleitet wird. Und auch ist es möglig mit ein Kippschalter in einem Stirnband.
Im Bild sieht man den Magneten, der in ein Klavier eingebaut ist. Wenn die Steuerung betätigt wird, bewegt der Magnet den Pedalstößer nach oben, so wie es auch der Pedalhebel tun würde. Weil die Instrumente verschieden konstruiert sind, kann die Anbringung gegebenenfalls abweichen.
In allen Fällen können die Dämpfer gleichzeitig auch mit dem Fuß gesteuert werden. Und es kann in alle Klaviere und Flügel eingebaut werden.

Michiel van Loon wurde 1947 in Den Haag geboren. Nach 17 Jahren in verschiedenen Positionen bei Bauunternehmen beendete er 1982 vorübergehend seine Berufstätigkeit, um sich um seine 3 Kinder zu kümmern. Seine Frau sorgte dann für die Einnahmen. Während dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Restaurierung einiger Player Pianos und studierte Klaviertechnik. Seit 1991 ist er ein Zertifizierter Klaviertechniker. 2002 wurde er gebeten, einem behinderten Pianisten zu helfen, das Dämpferpedal wieder zu benutzen. Mit Hilfe verschiedener Personen hat er ein System entwickelt, durch das die Dämpfung auch mit anderen Körperteilen als dem Fuß bedient werden kann. Zunächst mit Teilen von PianoDisc aus den USA, später unter anderem mit Teilen von Laukhuff aus Deutschland. 12 Pianisten mit Behinderungen in den Niederlanden, 2 in den USA und 1 in Italien können jetzt die Dämpfer mit einer kleinen Kniebewegung oder durch Zusammendrücken eines Pipettenballons mit den Lippen bedienen. Das System kann in fast jedes Klavier oder jeden Flügel eingebaut werden. Es gibt auch eine eigenständige Demonstrationsversion, die unter einem Flügel oder vor einem Klavier platziert werden kann.

Seminar: 3 September (Samstag), 14.45 Uhr, Raum Pine

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